FAQs
Wenn Sie anfangen, sich mit dem Thema Ausland zu befassen, kommen Ihnen bestimmt etliche Fragen in den Sinn, die Sie geklärt wissen wollen:
Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Erfahrungsgemäß veranstalten deutsche Schulen ca. ein Jahr im Vorfeld einen Informationsabend zu diesem Thema.
Gymnasium in 8 Jahren (G8): In den meisten Bundesländern wird der Aufenthalt in Klasse 10 bevorzugt.
Gymnasium in 9 Jahren (G9): Der Aufenthalt wird überwiegend in Klasse 11 empfohlen.
Realschüler: Ein Auslandsaufenthalt bietet sich besonders nach der Mittleren Reife an und kann je nach Wunsch ein halbes oder ein ganzes Jahr dauern – oder bis zum Schulabschluss mit den britischen A-Levels führen.
Es lohnt sich, das Gespräch mit der hiesigen Schulleitung zu suchen, da im Einzelfall auch Aufenthalte in Klasse 9 bzw. in Klasse 8 durchgewunken werden, immer abhängig von der aktuellen schulischen Situation Ihres Kindes. Der Auslandsaufenthalt muss von der hiesigen Schulleitung genehmigt und Ihr Kind offiziell beurlaubt werden.
Wie lange am besten ins Ausland?
Für den Schulabschluss
Wer eine internationale Laufbahn einschlagen möchte, überlegt nicht lange und entscheidet sich für einen international anerkannten Schulabschluss (A-Level, IB, High School Diploma, Leaving Certificate), der die Türen zu den besten Universitäten weltweit öffnet.
Für ein Jahr
Für ein Schuljahr ins Ausland zu gehen bedeutet, erste internationale Erfahrungen zu sammeln und die englische Sprache zu perfektionieren. Gleichzeitig ist es ein Orientierungsjahr und bietet die Gelegenheit, sich auf die Oberstufe vorzubereiten: man ist strukturierter, selbstständiger und weiß nach einem Jahr Ausland, welche Schwerpunkte man im Abitur setzen möchte.
Für Kurzeitaufenthalte von 3 bis 5 Monaten
Eine gewisse Zeit im Ausland zu verbringen ist eine großartige Erfahrung und sollte in keiner Schullaufbahn fehlen - motivierend, inspirierend und horizonterweiternd. Die Englischkenntnisse verbessern sich schon nach kürzester Zeit.
Wann sollte man mit der Internatssuche beginnen?
Die Planung eines Internatsaufenthalts ist mit einem gewissen Aufwand verbunden, weshalb man mit der Internatssuche frühzeitig beginnen sollte. Ich empfehle mindestens ein, wenn nicht sogar anderthalb Jahre vor dem geplanten Eintritt mit der Suche zu beginnen, denn IB-Schulen oder Schulen in den USA und Kanada benötigen diese Vorlaufzeit: Bewerbungsfristen müssen eingehalten, Aufnahmetests und Interviews vorbereitet bzw. absolviert und zuletzt ein Visum beantragt werden.
Selbstverständlich gibt es immer auch die Möglichkeit, sich kurzfristig zu bewerben, was allerdings die Schulauswahl einschränkt und für Sie als Familie mit mehr Stress verbunden ist.
Kann mein Kind nach dem Auslandsaufenthalt problemlos auf das deutsche Gymnasium zurück?
Ein Kurzzeitaufenthalt von 3 bis 6 Monaten ist im Normalfall kein Problem, muss aber immer von der deutschen Schulleitung genehmigt werden, die sich auch das aktuelle Notenbild ansehen wird.
Auch ein Aufenthalt von einem ganzen Jahr ist je nach Bundesland zulässig, abhängig vom Notenbild und der Jahrgangsstufe, in der ein Auslandsaufenthalt stattfinden soll. Allerdings gibt es je nach Bundesland gewisse Anforderungen, die erfüllt werden müssen. Das können beispielsweise bestimmte Fächer sein, die im Ausland zwingend nachgewiesen werden müssen. In Bayern kann im Anschluss an den Auslandsaufenthalt nur auf Probe vorgerückt werden. In Berlin oder Hamburg ist der Mittlere Schulabschluss (MSA) ein Thema. Grundsätzlich gilt, dass trotz geltenden Schulrechts die Schulleitung immer das letzte Wort hat. Daher sollten Sie frühzeitig mit der deutschen Schule sprechen. Eine Beurlaubung durch den deutschen Schulleiter ist in jedem Fall unverzichtbar, selbst wenn Sie nach dem Auslandsaufenthalt einen Schulwechsel planen sollten.
Was kostet ein Internat?
Eine gute Bildung ist das größte Geschenk, das Sie Ihren Kindern machen können.
Für Tuition, Room and Board 2026/2027 (Schulgeld, Unterbringung und Verpflegung):
Internate UK: zwischen GBP 15.000 und GBP 21.000 pro Trimester (insgesamt 3 Trimester pro Jahr)
Internate USA: zwischen USD 60.000 und USD 80.000 pro Jahr
Internate Kanada: zwischen CAD 80.000 und CAD 100.000 pro Jahr
Internate in Europa: zwischen € 50.000 und € 60.000 pro Jahr
Internate in der Schweiz zwischen CHF 75.000 und CHF 115.000 pro Jahr
Gastfamilie / Internate in Australien zwischen AUD 50.000 und AUD 65.000 pro Jahr
Schulen mit Gastfamilie / Internate in Neuseeland zwischen NZD 45.000 und NZD 75.000 pro Jahr
Zusätzliche Kosten entstehen beispielsweise für Krankenversicherung, Visum, Uniform, Sports Kit, speziellen Englischunterricht, Flüge, Flughafentransfers, bestimmte Sportarten, Taschengeld, Büchergeld, diverse Versicherungen, Ferienprogramm etc.
Weshalb sollte man eine Internatsberatung einschalten?
Die KI ist bei der Suche nach einem Internat ein erster Wegweiser. Schülerzahlen, Schulabschluss, angebotene Fächer oder Sportarten können in der Regel verlässlich ermittelt werden. Allerdings wird die KI auf den Webseiten der Schulen keine verlässlichen Zahlen zur genauen Anzahl an Internatsschülern (full boarder versus weekly boarder), zur Mindestaufenthaltsdauer und zu den Anforderungen an die Noten Ihres Kindes finden. Wie ist die Stimmung an dieser Schule? Wie ist die Atmosphäre? Passt Ihr Kind von seiner Persönlichkeit an die jeweilige Schule? Diese wichtigen Themen kann KI nicht einbeziehen.
Hier ist das Wissen einer erfahrenen Internatsberatung von unschätzbarem Wert. Internatsberatungen haben den Blick hinter die Kulissen, haben mit bereits platzierten Schülerinnen und Schülern viele Erfahrungswerte und wissen, wie sehr eine Schule im Alltag Unterstützung anbietet. Eine InternatsberaterIn hört genau zu und liest zwischen den Zeilen, was Ihnen als Familie und was Ihrem Kind wichtig ist. Eine erfahrene Internatsberatung kennt die Entscheidungsträger an den Schulen persönlich und weiß im Zweifelsfall immer, wen man an der Schule kontaktieren sollte. Eine Internatsberatung hilft Ihnen, den passenden Bildungsweg für Ihr Kind zu finden und gibt wichtige Hinweise, sollte das gewünschte Land im Hinblick auf das Schulsystem nicht passen. Eine erfahrene Internatsberatung ist transparent und wird Ihnen mitteilen, was möglich bzw. was nicht möglich ist. Eine Internatsberatung wird bei Problemen aktiv und sucht mit Ihnen und der Schule eine Lösung. Ihre Bildungsberatung wird mit Ihnen eine Fächerwahl erarbeiten, welche die Rückkehr ins heimische Schulsystem ermöglicht.
Eine Internatsberatung steht Ihnen auch nach dem Auslandsaufenthalt bei schulischen Fragen und weiterführenden Themen rund um Studium und Beruf mit Rat und Tat zur Seite.
Weshalb arbeiten Internate mit Internatsberatungen zusammen?
Die Schulen wissen, dass InternatsberaterInnen das passende Match finden, d.h. die Schülerinnen und Schüler vorher intensiv kennengelernt und die Zeugnisse gescreent haben, die vielen Fragen, die es im Rahmen eines Internatsaufenthaltes zu beantworten gilt, mit den Eltern vorbesprechen und die Jugendlichen gut auf ihre Zeit im Internat vorbereiten. Schulen wissen, dass bei der Fächerwahl, die eine Internatsberatung vorschlägt, immer die Rückkehr ins Heimatland berücksichtigt wird. Die Internate können sich auf die pädagogisch wertvollen Empfehlungen einer erfahrenen Internatsberatung verlassen.
Besteht eine Visumspflicht für den Schulaufenthalt?
Das hängt ganz vom Land und der Aufenthaltsdauer ab.
In den USA benötigt Ihr Kind für einen Internatsaufenthalt ein F1- Visum, egal wie lange es an der Schule bleibt. Mehr Informationen unter https://travel.state.gov/
In Großbritannien benötigt Ihr Kind ein Child Student Visa (unter 18 Jahren) bzw. Student Visa (ab 18 Jahren), wenn der Aufenthalt mehr als 180 Tage beträgt. Daher sind Aufenthalte von anderthalb Terms und somit unter 180 Tagen (September bis Mitte Februar) sehr beliebt, da das lästige Visumsverfahren und auch die erheblichen Mehrkosten für die Beantragung entfallen. Bei kürzeren Aufenthalten von unter 180 Tagen beantragen Sie eine Electronic Travel Authorisation (ETA) für Ihr Kind. Mehr Infos unter https://www.gov.uk/
Die Kanadier handhaben die Visumspflicht ähnlich wie die Briten. Unter 180 Tagen ist die Beantragung einer Electronic Travel Authorisation (ETA) ausreichend, allerdings benötigt Ihr Kind zusätzlich eine gültige Custodianship Declaration. Bei einer Aufenthaltsdauer über 180 Tagen beantragen Sie eine Study Permit für Ihr Kind. Mehr Infos unter https://www.canada.ca/
Wer einen Aufenthalt in Neuseeland plant, benötigt bei einer Aufenthaltsdauer unter 90 Tagen lediglich eine NZeTA (New Zealand Electronic Travel Authority), bei einem längeren Aufenthalt ist ein Student Visa notwendig. Mehr Infos unter Immigration New Zealand :: Immigration New Zealand
In Australien benötigt Ihr Kind bei unter 90 Tagen ein ETA, ansonsten ein Studentenvisum. Mehr Infos unter https://immi.homeaffairs.gov.au/
Ich informiere Sie zu den notwendigen Schritten und empfehle für die Beantragung eines Langzeitvisums die Dienste einer Visums-Agentur, um den administrativen Aufwand für Sie gering zu halten.
Aktuelle Reisehinweise erhalten Sie auf der Seite des Auswärtigen Amts: Reise- und Sicherheitshinweise für Ihr Reiseland - Auswärtiges Amt
Worauf muss ich bei der Krankenversicherung achten?
Der Nachweis einer Krankenversicherung ist in allen Ländern Pflicht. Viele Schulen bieten internationalen Familien eine private Medical Insurance für die Zeit der Aufenthaltsdauer an, besonders in den USA und Kanada. Klären Sie im Vorfeld mit der Schule, was die Versicherung abdeckt. Zur Absicherung ist gegebenenfalls eine private Auslandskrankenversicherung ratsam, denn gerade in Großbritannien, wo Sie mit Beantragung des Visums den Beitrag für den staatlichen National Health Service entrichten müssen, ist eine gute private Zusatzkrankenversicherung sinnvoll.
Ist ein Sprachkurs im Vorfeld empfehlenswert bzw. welche Vorbereitungsmöglichkeiten gibt es?
Je nachdem, wie fortgeschritten die Englischkenntnisse Ihres Kindes sind, kann es hilfreich sein, einen speziellen Sprachkurs zu besuchen, der auf die Terminologie in Fächern wie Mathematik, Naturwissenschaften oder Geschichte vorbereitet.
Ganz allgemein würde ich empfehlen, mit leichter Lektüre in englisch zu beginnen, wie beispielsweise Agatha Christie, die gleichermaßen Einblick in die britische Kultur und Geschichte vermittelt. Für das Fach Mathematik lohnt es sich einen Blick auf BBC-Bitesize zu werfen, wo der Stoff bis Klasse 10 in UK wunderbar aufbereite und präsentiert wird. Die Revision-Seite funktioniert aber auch prima als Vorbereitung für Auslandsaufenthalte in USA oder Kanada. Diese Webseite bietet Wiederholung des Stoffs für verschiedene Fächer und ist daher eine sehr gute Quelle, um sich auch mit der Terminologie in verschiedenen Fächern vertraut zu machen.
Wer ist für das Wohlergehen meines Kindes zuständig?
Ihr erster Ansprechpartner im Internat sind immer House parent / Dorm parent, die ihr Kind durch das Zusammenleben im Laufe der Zeit gut kennen lernen und auch von der Persönlichkeit her gut einschätzen können. Falls Sie einmal das Gefühl haben, dass Ihr Kind beispielsweise zu Beginn des Aufenthaltes von der Umstellung überfordert ist oder Heimweh hat, dann binden Sie zunächst die Hauseltern ein, denn das sind erfahrene PädagogInnen, die wissen, wie man mit einer solchen Situation am Besten umgeht. An jeder Schule gibt es einen oder eine speziell für Pastoral Care verantwortliche Lehrkraft, die übergeordnet für das Wohlergehen aller SchülerInnen zuständig ist und im nächsten Schritt eingeschaltet werden kann. Dies ist in den meisten Fällen nicht nötig.
Gibt es eine Hausaufgabenbetreuung vor Ort?
An allen Boarding Schools werden die Hausaufgaben abends auf den Zimmern bei geöffneter Tür erledigt und ein Lehrer oder der Housemaster beaufsichtigen und sorgen für Ruhe (Study Hall bzw. Prep-Time genannt). Sollte es Schülerinnen und Schüler geben, die sich nicht gut konzentrieren oder selbständig arbeiten können, so kann auch eine supervised prep-time sinnvoll sein, die unter Aufsicht eines Lehrers meist in der Bibliothek stattfindet.
In England gibt es während des Schuljahres sogenannte Clinics, Vertiefungsstunden, welche die Fachlehrer meist wöchentlich anbieten, um sicher zu stellen, dass der Stoff auch gut verstanden wurde.
Benötigt mein Kind einen Guardian?
In Großbritannien und in Kanada ist ein Guardian bzw. Custodian, wie es in Kanada heißt, Pflicht. Die Schulen empfehlen Ihnen Guardianship-Organisationen, die alle Auflagen der britischen bzw. kanadischen Regierung erfüllen. Sollten Sie Freunde in Großbritannien oder Kanada haben, die diese Aufgabe übernehmen können, ist dies ebenfalls eine Option. Allerdings sind die Pflichten und Aufgaben, die mit einer Guardianship einhergehen, sehr umfangreich, sodass sie Ihre Bekannten im Vorfeld genauestens informieren sollten, ob sie diese Aufgabe zeitlich tatsächlich übernehmen können.
Sind die Schulabschlüsse in Deutschland anerkannt?
Bei der Planung des Auslandsaufenthalts mit Schulabschluss sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen. Es ist wichtig, sich im Vorfeld mit Ihrem Kind Gedanken darüber zu machen, welche Länder als Studienort in Frage kommen und ob die Rückkehr nach Deutschland eine Option sein soll. Mit dem International Baccalaureate liegen Sie immer richtig. Aber auch A-Levels und High School Diploma sind unter Berücksichtigung der Fächerkombination anerkannt. In die Entscheidung, ob und welcher Schulabschluss im Ausland angestrebt wird, sollten folgende Faktoren mit einbezogen werden: Lerntyp, aktuelle schulische Situation und Studienpläne. Hierzu berate ich Sie gerne persönlich, bevor Sie mit der zuständigen Zeugnisanerkennungsstelle / Schulbehörde Kontakt aufnehmen. Alle Informationen erhalten Sie auf der Seite der Kultusministerkonferenz unter Schulabschlüsse mit Hochschulzugang - anabin: Infoportal zu ausländischen Bildungsabschlüssen
Ist das Schulsystem in Schottland anders als in England?
Die meisten schottischen Internate haben das englische Schulsystem mit GCSEs und A-Levels eingeführt, damit ein Studium überall im Vereinigten Königreich möglich ist. Es gibt jedoch nach wie vor Schulen, die als Verfechter des schottischen Bildungssystem die Scottisch Highers anbieten. Während man in England mit den A-Levels lediglich drei Fächer belegt, können Jugendliche in den Highers / Advanced Highers bis zu 5 Fächer belegen. Für deutsche Schüler ist dies im Hinblick auf die Rückkehr ins deutsche Schulsystem ein großer Pluspunkt, da die Highers eine akademisch breitere Aufstellung ermöglichen. Der Erziehungsauftrag, Wissen zu vermitteln und gleichzeitig Charakterbildung und Persönlichkeitsentwicklung zu fördern, steht in beiden Ländern immer an erster Stelle.
Was sind Exeat-Weekends?
An britischen Schulen sind Exeat Weekends Heimfahr-Wochenenden, an denen der Campus verlassen wird. Teilweise gibt es für internationale Schüler die Möglichkeit, vor Ort zu bleiben. Oft sind dies „quiet weekends“ und zur Entschleunigung gedacht.
Wie bestelle ich die Schuluniform?
Wie wird der Transfer zwischen Flughafen und Schule organisiert?
Was passiert, wenn mein Kind im Internat krank wird?
Gibt es zusätzlichen Englischunterricht für internationale Schüler?
Was passiert, wenn mein Kind sich mit dem Zimmernachbarn nicht versteht?
Sollten man einen Laptop mitbringen?
Kann unser Kind an den Wochenenden das Internat verlassen?
Gibt es Spezialkost bei Unverträglichkeiten?
Diese und viele weitere Fragen
beantworte ich Ihnen ausführlich im Bewerbungsprozess und darüber hinaus. Mein Ziel ist es, den Aufenthalt mit Ihnen so vorzubereiten, dass Sie Ihr Kind mit einem sicheren Gefühl ins Ausland geben können. Auch nach der Ankunft wird es weitere Themen geben, die wir gemeinsam lösen werden.